1860 tritt bei Spitzenreiter RB Leipzig an. Hält die Serie vor den Augen von Investor Ismaik? Der tagt danach mit Präsident Cassalette. "Hasan ist gerade Feuer und Flamme. Wir müssen sehen, dass das anhält."

München - Rein geschmacklich hat Benno Möhlmann keine großen Erfahrungen mit der Dose vorzuweisen. Einmal habe der Trainer des TSV 1860 Red Bull "in Verbindung mit Alkohol" getrunken: "Auf unserer letzten Weihnachtsfeier beim FSV Frankfurt wurde ich dazu gezwungen. Ich kann also nicht sagen, wie es alleine schmeckt – so ging es."

Gut ging auch sein letzter Auftritt bei den Roten Bullen aus Leipzig, den Möhlmann vor dem anstehenden Duell der Löwen am 26. Spieltag (Sonntag, 13.30 Uhr, Liveticker auf az-muenchen.de) mit dem Zweitliga-Spitzenreiter sicher gerne wiederholen würde: "Ich habe in der letzten Saison mit dem FSV 1:0 gewonnen, weil sie den Ball unserem Spieler (Torschütze Odise Roshi, d. Red.) in die Füße gespielt haben. Wir hatten viel Glück", gestand Möhlmann. Nun reisen der jetzige 1860-Coach und Co. nach drei Siegen am Stück als wiedererstarkter Tabellen-15. an.

"Brauchen eine überragende Mannschaftsleistung"

 

Dennoch haushoher Favorit: der Brause-Klub, mit 53 Punkten auf Kurs Bundesliga. "Wir brauchen eine überragende Mannschaftsleistung, weil wir von der Qualität der Einzelspieler nicht ganz mithalten können." Durch "mannschaftliche Geschlossenheit und Kompaktheit" könne man "eventuell sogar was mitnehmen", so Möhlmann. Die Forderung an seine Mannschaft: "mutig und mit Herzblut unsere Qualitäten zeigen." Dabei werden Kai Bülow (Grippe), Dominik Stahl (Achilles-Sehne) und Maxi Beister (Sprunggelenk) fehlen, auf der Doppelsechs neben Romuald Lacazette darf wohl Milos Degenek ran: "Ich bin bereit", sagte der 21-Jährige und gab sich kämpferisch: "Die sind auch nur elf Spieler auf dem Feld."

Das Duell mit dem Tabellenführer, für das nach Vereinsangaben trotz Fan-Boykott rund 400 Gästetickets verkauft wurden, wird zum Richtungsweiser. Noch ist Präsident Peter Cassalette nach den Erfolgen gegen Düsseldorf, Kaiserslautern und Sandhausen bester Laune. "Jetzt sind auch in Leipzig die drei Punkte fest eingeplant", sagt er der AZ, schiebt jedoch hinterher: "Kleiner Scherz. Mit einem Punkt wäre ich zufrieden." Der Oberlöwe rechnet vor: "Im Optimalfall hätten wir drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Kann aber auch passieren, dass wir als Sechzehnter nur noch einen Zähler vor dem direkten Abstiegsplatz liegen."

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"Hasan ist gerade Feuer und Flamme"

 

Der Präsident weiß aber auch, dass ein versöhnlicher Spiel-Ausgang nicht nur für das Selbstvertrauen der Mannschaft wichtig wäre: Nicht nur Cassalette wird live dabei sein, sondern auch Finanzier Hasan Ismaik, erstmals seit seinem Einstieg 2011, ein Auswärtsspiel besuchen. Und dessen Stimmungslage geht bekanntlich eng mit den Ergebnissen der Löwen einher. Cassalette dazu: "Hasan ist gerade Feuer und Flamme. Wir müssen sehen, dass das so lange wie möglich anhält, denn so ist er leichter zu Dingen zu bewegen, die für 1860 positiv sind."

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Nach Schlusspfiff sei ein Treffen geplant, bei dem Cassalette lieber einem erfreuten Geldgeber gegenübersitzen würde – und nicht einem aufbrausenden Ismaik, der über eine Pleite bei den Brause-Bullen schimpft. Die Lizenzierung für die kommende Spielzeit laufe "nach Plan" (die Löwen müssen zur Monatsmitte die entsprechenden Unterlagen für die 2. wie die 3. Liga einreichen). Eher gehe es um andere Dinge, wie jene geplante Arbeitsgruppe, welche die Abläufe der KGaA optimieren soll. Cassalette sagt dazu: "Darin werden Vereinsvertreter, aber auch Ismaiks Leute sitzen. Die Zusammenstellung wird Thema in den kommenden Wochen", in denen auch der 39-Jährige nochmal anreisen werde. Umso wichtiger wäre somit ein blaues Erfolgserlebnis – sonst wäre eventuell auch Cassalette am Sonntag der Konsum eines alkoholhaltigen Brause-Getränks zu empfehlen.