1860-Investor im Interview Ismaik: Neues Stadion mit Einkaufszentrum und Hotel

Hasan Ismaik träumt schon lange von einer Zeit nach der Arena. Jetzt hat er sich erneut zu seinen Plänen geäußert. Foto: dpa/az

1860-Investor Hasan Ismaik spricht im Interview mit einem arabischen Portal über seine neue Verbundenheit zu den Giesingern, eine mögliche Klage vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die 50+1-Regel - und konkretisiert die Stadionpläne.

München - Erst sollte es neben dem neuen Löwen-Käfig ein Zoo mit echten Löwen sein, jetzt spricht Investor Hasan Ismaik im Interview mit dem arabischen Portal Kooora von einer neuen Heimat im Jahr 2025 - inklusive Einkaufszentrum, Hotel und einem neuen Nachwuchsleistungszentrum.

Ismaik über...

das Investment bei 1860: Ich habe den TSV 1860 anfangs durch ein Fernglas betrachtet, als reine Investition angesehen. Im Laufe der Jahre ist es für mich zu einer großen Leidenschaft geworden. Vorher habe ich mich zweimal im Monat informiert, jetzt verbringe ich ein paar Stunden täglich mit diesem wunderbaren Verein. Ich habe in diesem Jahr erst zwei Heimspiele verpasst, bei den anderen jedesmal die große Entfernung zwischen Abu Dhabi und München zurückgelegt. Sie fragen sich vielleicht: Warum macht Ismaik das? Ganz einfach: Meine Beziehung zum Verein, zu seinen Fans und zur Stadt München ist viel enger geworden.

die 50+1-Regel: Ich akzeptiere alle Gesetze in Deutschland. Ich hätte auch vor den Europäischen Gerichtshof ziehen können und wohl auch gute Chancen gehabt, dass die 50+1-Regel fällt. Aber ich tat es nicht, weil ich nicht gegen den DFB arbeiten will. Das ändert nichts an meiner Sicht auf die Bundesliga und die Tatsache, dass sie von einer Abschaffung der 50+1-Regel profitieren könnte: Das würde große deutsche Klubs in der Champions League zu stärkeren Konkurrenten spanischer Klubs machen.

Kooperationen mit arabischen Klubs: Das steht auf meiner Tagesordnung. Fußball ist kein Wettbewerb nur innerhalb eines Rechtecks, er kann Brücken bauen zu anderen Kulturen, Frieden, Liebe und Verständnis fördern. Mit Besuchen und Freundschaftsspielen könnte man die deutsche und die arabische Gesellschaft verbinden.

die Ziele mit den Löwen: Dieser Klub gehört in die Bundesliga, darin sind wir uns alle einig - und wenn drei bis fünf Jahre dafür erforderlich sind. Wenn wir aufgestiegen sind, bin ich sicher, dass wir Fuß fassen können. Ich werde alles dafür tun, dass wir es so schnell wie möglich schaffen.

seinen Facebook-Kanal: Das ist für mich der beste Weg, mit den Fans zu kommunizieren. Nach einem Sieg ist es nicht schwer, meine Gefühle auszudrücken. Wenn wir verlieren, kann es schon mal einen oder zwei Tage dauern, die richtigen Worte zu finden. Ich lasse mir auch die Kommentare übersetzen, um zu wissen, was in den Köpfen der Fans vorgeht.

seine Nähe zu Deutschland: Ich liebe alles an Deutschland: die Geschichte, die Kunst, aufgeschlossene Menschen und die erfolgreiche Wirtschaft. München besticht durch eine hohe Lebensqualität. Tausende von Arabern kommen jährlich hierher, profitieren von der medizinischen Versorgung oder machen Urlaub. Diese Stadt lässt keine Wünsche offen, und kein Zweifel: Mein Verein 1860 ist einer der wichtigsten Markenträger dieser Stadt.

die Stadionpläne: Wir brauchen eine eigene Identität. Es ist kein Geheimnis, dass ich dabei nicht allein bin: Wir alle wollen eine eigene Heimat. Wir prüfen derzeit mögliche Standorte. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück in München ist fast unmöglich, daher müssen wir auch in den Vororten suchen. Unser Ziel ist es, im Jahr 2025 unser eigenes Stadion zu erhalten, mit einem riesigen Einkaufszentrum, Hotel und eine interne Akademie für Kinder und Jugendliche.

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