Wegen des Mannschaftsbesuch im Beleker Delfinarium kritisieren Tierschützer die Löwen massiv und werfen ihnen Beteiligung an Tierquälerei vor

Belek - Der neue Stürmer nicht in Sicht, Sven-Göran Eriksson immer noch eine Art Trainer-Phantom, dazu die Intrigen gegen Präsident Dieter Schneider: Es geht in Belek für die Löwen ja schon turbulent genug zu. Doch nun werden sie auch noch massiv von Tierschützern attackiert. Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) kritisiert in einer Mitteilung „katastrophale Verhältnisse” in dem  Delfinarium in Belek. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller in der Mitteilung: „Ein schwer verletztes Walross und arktische Beluga-Wale werden bei über 40 Grad ohne Sonnenschutz zur Show gestellt. Die von der türkischen Sonne schwarz verbrannten Delfine ersticken fast an ihrem Eigengewicht bei den touristischen Fototerminen. Die Delfine werden für Therapiezwecke missbraucht und leiden unter hohem Stress. Etliche der Delfine in der Türkei stammen aus der blutigen Treibjagd in Taiji/Japan und verstarben nach kurzer Zeit.”

Am Mittwoch waren die Löwen im Delfinarium gewesen und sich die Delfin-Therapie erklären lassen. Einige Spieler - und Sportchef Florian Hinterberger und Trainer Alexander Schmidt - waren mit den Tieren geschwommen. Organisiert harte den Trip Defensivspieler Kai Bülow, der mit einem der Physiotherapeuten, die in Belek die medizinische Delfintherapie anbieten, bekannt. Die Spieler hatten dem Zentrum sogar eine Spende aus ihrer Mannschaftskasse zukommen lassen.

Nun die Attacke der Tierschützer! „Die Spieler haben eine Vorbildfunktion in der Öffentlichkeit, der sie auch gerecht werden müssen. Die Teilnahme an dem Delfinschwimmen ist von Dummheit kaum zu übertreffen”, sagte Ortmüller. Und weiter: „Die Spieler mit Sportchef Florian Hinterberger reißen den Delfinen beim Schwimmen an ihrer Rückenflosse und gehen das volle Risiko von Verletzungen ein. Ein solches Verhalten ist unverantwortlich.”

1860-Trainer Alexander Schmidt dagegen sagte: "Wir haben natürlich die Frage nach dem Tierschutz gestellt. Uns wurde versichert, dass die EU-Normen übererfüllt werden und die Tiere außerdem in Gefangenheit geboren worden seien und darum in freier Wildbahn nicht überleben könnten."

Dem widersprechen allerdings die Tierschützer. Die Delfine seien Wildfänge und hätten durchaus eine Chance in Freiheit. Ortmüller forderte von den Löwen darum eine „öffentliche Unterlassungszusage für eine zukünftige Beteiligung an der Tierquälerei durch das Schwimmen mit den Delfinen”.