Nach drei Siegen in Serie springt 1860 auf Platz 15. Die Löwen-Ikone sieht „eine sehr gute Chance, aus dem Schlamassel noch herauszukommen“.

München – Drei Punkte Rückstand auf den Relegationsrang. Sechs auf einen direkten Nichtabstiegsplatz. Vorletzter. Der TSV 1860 hatte nach der Winterpause auf der Mission Klassenerhalt, wie es mehrere Spieler formulierten, eine Monster-Aufgabe vor sich.

„Wir sind die Jäger“, hatte Neulöwe Jan Mauersberger im AZ-Interview gesagt, doch schien die Aufholjagd zuerst komplett nach hinten loszugehen: Zwei Pleiten gegen Nürnberg (0:1) und bei Union Berlin (0:3), die Lage nur deshalb nicht aussichtslos, weil die Konkurrenten ebenfalls patzten. Meisterlöwe Fredi Heiß, der zu dieser Zeit in Spanien im Urlaub weilte, hatte inständig gehofft, dass sein Herzensklub nach seiner Rückkehr Anfang März nicht schon halb abgestiegen sei.

 

Erstmals seit dem dritten Spieltag auf einem sicheren Nichtabstiegsplatz

 

Jetzt, vier Spiele später, ist die Jagd theoretisch schon vorbei. Und zwar zugunsten der Löwen: Da die sie Fortuna Düsseldorf (3:2), den 1. FC Kaiserslautern (1:0) und den SV Sandhausen (3:2) allesamt erlegten und zuvor dem VfL Bochum einen Zähler abjagten, haben sie sich mit 24 Punkten auf Rang 15 gehievt. „Wir sind jetzt die Gejagten“, sagte Heiß der AZ nach dem sensationellen Lauf der letzten zwei Wochen. Die Löwen erstmals seit dem 2:2 am 3. Spieltag in Nürnberg wieder über dem Strich! Heiß frohlockt: „Ich bin hellauf begeistert. Nach den beiden Niederlagen hätte das doch keiner glaubt. Die Spieler haben Blut geleckt und sehen nun: Gewinnen ist doch wunderschön. Wir haben jetzt eine sehr gute Chance, aus dem Schlamassel noch herauszukommen.“

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Zum Klassenerhalt müsste nur noch eines vermieden werden: abrutschen. Für Neuzugang Sascha Mölders, der gegen Sandhausen sein zweites Saisontor erzielte, sei es gut für den Kopf, auf einem direkten Nichtabstiegsplatz zu stehen: „Den geben wir nicht mehr her!“ Heiß warnt jedoch davor, sich zu lange mit dem Tabellenbild zu beschäftigen, das sich schon kommende Woche beim schweren Auswärtsspiel bei RB Leipzig (Sonntag, 13.30 Uhr) wieder zu Sechzigs Ungunsten ändern könnte: „Zurücklehnen darf sich keiner. An die Tabelle zu denken, wäre vollkommen falsch. Die Mannschaft muss sich diese Lust, die Spiele unbedingt gewinnen zu wollen, bewahren – diese Lust am Fußball.“ Über den Berg sei 1860 bei gerade mal einem Törchen Vorsprung vor den punktgleichen Düsseldorfern freilich noch nicht, ihre Rolle sind sie dennoch erstmal los. Gejagte statt Jäger!

 

Abstiegskampf: Das macht die Konkurrenz

 

Boden gutmachen müssen die Anderen, als da wären: Schlusslicht Duisburg (15 Punkte), das nach dem 1:1 in Braunschweig etwas abgeschlagen ist. Ein Wortspiel zu den ungleichen Bedingungen zwischen Löwen und Zebras auf der Nichtabstiegs-Jagd? Geschenkt! Zweiter Jäger ist Paderborn (20): Beim Absteiger läuft es nach dem Aus von Trainer und „Tiger“ Stefan Effenberg auch unter Neu-Coach René Müller nicht: Gegen Fürth reichte es nur zu einem 1:1. Bleibt Düsseldorf, das sich mit nur einem Sieg in acht Spielen im freien Fall befindet. Heiß weiß: „Von denen ist keiner besser.“

Kann Sechzig die Serie von vier ungeschlagenen Partien hintereinander auch beim Tabellenführer fortsetzen? „Wenn die Mannschaft so weitermacht, kann sie auch gegen einen solchen Gegner bestehen. Gute Einstellung, gute Taktik, dann geht auch in Leipzig was“, so der Meisterlöwe. Entscheidend sei das neue Miteinander: „Es sieht für mich so aus, dass die Spieler erkannt haben, was mit einer guten Mannschaftsleistung alles machbar ist.“ Vielleicht sogar ein Achtungserfolg bei den Bullen.