Operation Giesing plus X Ausbau des Grünwalder Stadions: Das sagt die Stadt

Reiter macht das Grünwalder zur Chefsache im Rathaus. Foto: dpa

15.000 Fans ab Frühjahr: OB Dieter Reiter erntet für seinen Vorstoß viel Lob, aus Giesing kommt aber auch Kritik. Unterdessen plant der TSV 1860 München auch mit einzelnen Spielen im Olympiastadion.

Giesing - Die Blauen feiern einen Roten. Am Donnerstag sind bei 1860 alle begeistert von Dieter Reiter, SPD-Oberbürgermeister und Bayern-Fan. Wie die AZ exklusiv berichtete, versprach Reiter nach seinem Besuch beim Löwen-Spiel am Dienstag, sich für eine Kapazitätserweiterung des Sechzgerstadions auf 15.000 schon in der Winterpause einzusetzen.

"Es ist toll, dass der OB sich da engagiert und wir da jetzt Unterstützung bekommen", sagte Trainer Daniel Bierofka gestern. Geschäftsführer Markus Fauser erklärte: "OB Dieter Reiter verfolgt, was bei 1860 passiert. Die Zusagen für den Stadionausbau sind konkret." Ziel sei, die Erweiterung kurzfristig zu realisieren – es komme aber auch auf die Witterung an. Und die Entscheidung liege beim Stadtrat.

"Man baut das Grünwalder Stadion peu a peu immer mehr aus"

Dort zeigten sich gestern viele überrascht von Reiters Vorstoß, aber auch angetan. "Ich bin begeistert, dass er das in die Hand nimmt", sagte SPD-Stadträtin Verena Dietl. Grünen-Fraktionschefin Gülseren Demirel erklärte: "Wir haben immer gesagt, wenn es zurück ins Grünwalder Stadion geht, müssen wir auch schauen, was wir alles möglich machen können." Es sei "richtig, dass Reiter das Thema zur Chefsache macht". Demirel sagte, es habe doch immer geheißen, Lärmschutz und Statik sprächen gegen eine Erweiterung. "Anscheinend geht es ja doch – nur muss die Verwaltung von ihrem Chef angetrieben werden".

Auch die CSU zeigt sich offen für Reiters Vorstoß, pocht aber darauf, dass es sich um einen Stadtrats-Beschluss handelt. "Und dafür müssen wir genau wissen, um welche Kosten es geht und wo die neuen Plätze entstehen", sagte Stadträtin Kristina Frank. Im Rathaus ist auch die Rede davon, dass das Öffnen gesperrter Bereiche doch mit größeren Umbauten verbunden sein könnte, etwa einer Lärmschutzwand. Frank zeigte sich verwundert darüber, dass Reiter gesagt hatte, Geld sei im Haushalt vorhanden. "Ich sehe nicht, warum wir Profifußball finanzieren sollten", sagte sie. "Man muss darüber nachdenken, wie man Sechzig beteiligt."

Der Gegenwind kommt aus dem Viertel. Untergiesings Bezirksausschuss-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) sagte der AZ: "Ich sehe das sehr kritisch. Man baut das Stadion peu a peu immer mehr aus. Durch die Hintertür hat man dann irgendwann wieder 20.000." Und das, ohne dass sich die Konzepte weiterentwickelt hätten. "Man muss auf jeden Fall nochmal die Bürger befragen!", sagte er. (Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zum Thema: Ausbau des Sechzgerstadions - Fußballfan Reiter)

TSV 1860 München bastelt an möglicher Rückkehr ins Olympiastadion

Für ein wenig Beruhigung in der Nachbarschaft könnte sorgen, dass der TSV hinter den Kullissen offenbar viel konkreter als bisher bekannt an der Option bastelt, einzelne Spiele im Olympiastadion austragen zu können. Das könnte mehr Geld für Sechzig bringen, hätte für díe Stadt den Vorteil, dass das Stadion mehr bespielt würde – und für die Polizei, dass Hochrisikospiele nicht in einem Wohngebiet stattfänden.

1860-Geschäftsführer Fauser erklärte gar schon einen Umzug für ein Relegationsspiel im Mai für realistisch. "Wir müssen schauen, welche Gegner auf uns zukommen, das ist noch nicht spruchreif". Für die dritte Liga sei das Oly eine Option, um "auszuweichen".

Sport-Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) sagte: "Der Olympiapark wird das prüfen. Ich bin aufgeschlossen." Schon am Freitag könnte Bewegung in die Sache kommen. Die Olympiapark GmbH kommt für Gespräche ins Rathaus.

Block J ist ganz gesperrt, in F1 und F2 sind nur die unteren Bereiche offen.

Lesen Sie hier: 3. Liga und Relegation im Olympiastadion?

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