14-Jähriger Intensivtäter Jugendliche dringen mit Axt in Anwaltskanzlei ein

, aktualisiert am 31.01.2018 - 16:19 Uhr
Die Polizei nahm am Montagabend zwei Jugendliche fest. Foto: dpa

Zwei mehrfach vorbestrafte Jugendliche versuchten am Montagabend mit einer Axt bewaffnet in eine Anwaltskanzlei einzudringen. Sie wurden von der Polizei festgenommen.

Neuhausen - Es ist zunächst der zweifelhafte Höhepunkt einer kurzen, aber beängstigend steilen Verbrecherkarriere: Ein 14-Jähriger versuchte am Montagabend zusammen mit einem 17-jährigen Freund gewaltsam in eine Anwaltskanzlei einzubrechen. Beide wurden festgenommen.

Mit einer Axt im Schlepptau und Sturmhauben über den Köpfen gelangten die beiden Münchner über die Tiefgarage in ein Geschäftsgebäude in der Nymphenburger Straße. Anschließend versuchte der 14-Jährige, die Zugangstüren zu drei Kanzleien im 2., 3. und 5. Stock mit ihrer Axt aufzuhebeln, was er jedoch nicht schaffte. Im 9. Stock gelang es ihm schließlich, die Türe einer Anwaltskanzlei aufzugebeln und in die Räumlichkeiten einzudringen. Offenbar wollte er die Kaffeekasse und sonstige Wertsachen stehlen.

Zu seiner Überraschung traf er dort aber auf den Inhaber der Kanzlei, welcher abends noch ein Meeting im Konferenzraum abhielt. Der 14-Jährige ergriff die Flucht zum Aufzug, wo sein 17-Jähriger Begleiter auf ihn wartete.

Über 60 Einträge in der Polizeiakte

Das Verbrecher-Paar ließ sich von dem verhinderten Einbruch jedoch nicht abschrecken: Noch während die Polizei die Anzeige in der Kanzlei aufnahm, ging bei der Dienststelle der Hinweis ein, dass zwei Jugendliche sich gerade an einem Zigarettenautomaten in der Erzgießereistraße zu Schaffen machten. Wenig überraschend handelte es sich dabei um die beiden Einbrecher aus der Nymphenburger Straße.

Die beiden Jugendlichen wurden noch vor Ort festgenommen. Während sich der 17-Jährige bei seiner Vernehmung geständig zeigte und nach der Sachbearbeitung wieder entlassen wurde, verweigerte der 14-Jährige die Aussage und wurde auf richterlichen Erlass in eine Haftanstalt überstellt.

Der Schüler war der Polizei keinesfalls unbekannt: Mit über 60 Einträgen in seiner Akte wird er von der Polizei in der sogenannten "Proper"-Datei geführt. "Proper" steht dabei für "Projekt personenorientierte Ermittlungen und Recherchen". In diese Datei werden Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren aufgenommen, welche in sechs Monaten mindestens fünf Straftaten begangen haben, darunter eine Gewalttat. Etwa 80 Jugendliche stehen derzeit in der Münchner Proper-Datei. Bereits mit zehn Jahren wurde der 14-Jährige erstmals auffällig, in seiner Vita finden sich unter anderem Körperverletzungen, Diebstähle und Hausfriedensbrüche.

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