1:1 in Istanbul TSG 1899 Hoffenheim kassiert wieder spätes Gegentor

Hoffenheims Nico Schulz im Kopfball-Duell mit Junior Caicara (l) von Istanbul Basaksehir. Die Sinsheimer kamen im Europa-League-Spiel in der Türkei nicht über ein 1:1 hinaus. Foto: Gokhan Kilincer Foto: dpa

Konsterniert schlichen die Profis von 1899 Hoffenheim aus dem Fatih-Terim-Stadion von Istanbul. Im hart umkämpften Match gegen Basaksehir kassiert der Bundesligist erneut einen späten Ausgleich.

Istanbul - Mit einem Gegentor in der Nachspielzeit hat Neuling 1899 Hoffenheim bitteres Lehrgeld in der Europa League bezahlt. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann kam am Donnerstagabend trotz eines Treffers von Florian Grillitsch in der 47. Minute nur zu einem 1:1 (0:0) beim türkischen Vizemeister Basaksehir und muss um das Weiterkommen bangen. Edin Visca traf in der 93. Minute und verschlechterte die Tabellensituation des ersatzgeschwächten Tabellensiebte der Fußball-Bundesliga massiv.

Nagelsmann versuchte, den Rückschlag mit Fassung zu tragen: "Der Ausgleich geht in Ordnung, ist verdient." Dennoch trauerte der 30-Jährige der starken Viertelstunde nach der Pause nach. Da hätte sein Team das zweite oder dritte Tor nachlegen können. "Wir haben nicht die Power gehabt, am Ende gut zu verteidigen. Der Druck war groß", sagte er.

Hoffenheim ist nun in den letzten Gruppenspielen bei Sporting Barga (23. November) und gegen Ludogorez Rasgrad (7. Dezember) gefordert. Nachdem sich diese beiden Teams 1:1 trennten, liegt die TSG drei Punkte hinter Braga. Bereits zum achten Mal in dieser Saison konnte die Mannschaft einen 1:0-Vorsprung nicht in einen Sieg umwandeln.

Dringend benötigter zweiter Erfolg bleibt aus

Vor 4.000 Zuschauern im Fatih-Terim-Stadion verpassten die Kraichgauer zwei Wochen nach dem 3:1 zuhause in dem ruppigen Rückspiel gegen den Lieblingsclub von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den so dringend benötigten zweiten Erfolg. Nach zuletzt sieben Pflichtspielen mit nur dem einen Sieg gegen Istanbul verlor die TSG zudem nach nicht einmal einer halben Stunde Kapitän Kevin Vogt, der verletzt vom Platz musste.

Die Hoffenheimer waren schon ohne die verletzten Mark Uth, Serge Gnabry, Pawel Kaderabek und Lukas Rupp angereist; kurzfristig fiel auch noch Stammverteidiger Benjamin Hübner mit muskulären Problemen aus. So kam Neuzugang Justin Hoogma zu seinem ersten Spiel für die TSG, obwohl Nagelsmann noch vergangene Woche erklärt hatte, dass der Sohn des früheren HSV-Profis Nico-Jan Hoogma noch athletische Defizite habe. Ein Patzer des 19-Jährigen führte nach sieben Minuten zur ersten Chance für die Türken: Kerim Frei kam frei zum Schuss, Torhüter Oliver Baumann riss gerade noch den rechten Arm hoch.

Trainer Abdullah Avci, dem vorgeworfen wird, er nehme die Europa League nicht richtig ernst, hatte erneut auf Kapitän Emre Belözoglu und Stürmerstar Emmanuel Adebayor verzichtet. Seine Spieler stiegen immer wieder sehr hart ein gegen die zunächst unsortierten Hoffenheimer. Andrej Kramaric sorgte dann erstmals für Entlastung mit zwei Schusschancen nach knapp 20 Minuten.

Nach einem Foul von Merlüt Erdinc und einem Zusammenprall mit dem Basaksehir-Stürmer kurz darauf musste Vogt bereits nach 23 Minuten vom Platz und durch Stefan Posch ersetzt werden - ein herber Verlust für die ohnehin dezimierten Gäste.

Kaum zum Zug kam Hoffenheims deutsch-türkischer Spielmacher Kerem Demirbay, der sich besonders auf die Partie gefreut hatte. Nico Schulz prüfte dann nach einer halben Stunde mit einem satten Schuss Keeper Mert Günok, ansonsten war sein Team viel mit Defensivaufgaben beschäftigt.

Einen Klassestart legten die "Nagelsmänner" nach der Pause hin: Einen Querpass von Sandro Wagner verwandelte der Ex-Bremer Grillitsch zum 1:0. Hoffenheim geriet jedoch immer wieder unter Druck. So köpfte Erdinc in der 65. Minute übers Tor. In der dritten Minute der Schlussphase konnte Hoffenheim dem Anrennen der Gastgeber aber nicht mehr standhalten und verspielte wie schon so oft in dieser Saison eine 1:0-Führung.

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